15/20010 e d i t o r i a l
Beim alljährlichen Verfassen von Jahresberichten und Ausblicken fällt einem immer wieder auf, wie langsam die Mühlen mahlen. Da werden jahrelang Bemühungen um professionelle Anerkennung und minimale soziale Sicherheiten für Freie Theaterschaffende unternommen. Zu diesem Zwecke werden Berichte und Studien verfasst, Berufsregister eingerichtet, jahrelang Sitzungen von Arbeitsgruppen abgehalten und Gespräche mit Behörden geführt. Einige gesetzliche Verbesserungen werden in Aussicht gestellt. Der Stand der Dinge aber ist, wenn man das Ganze realistisch betrachtet, eigentlich nach wie vor der selbe &emdash; Es herrscht Einigkeit darüber, dass was unternommen werden muss.
Damit sich was verändert, reicht diese Einigkeit nicht aus. Es braucht konkrete Konzepte, gesetzliche Grundlagen und &emdash; um das Kind beim Namen zu nennen &emdash; Geld!
Die Rechnung des Bundes hat rund 6,5 Milliarden Franken besser abgeschlossen als budgetiert. Die Vertreter des Finanzkapitals schreien nach Steuerentlastung für ihr Klientel. Die Vertreter der Gewerkschaften möchten, wie sollte es anders sein, eine spürbare Erhöhung der Löhne für das Bundespersonal und die sozial engagierten verlangen Verbesserungen bei den Sozialversicherungen. Irgend einen Kompromiss werden sie finden und wenn dazu noch ein Hochmoor saniert und eine Autobahn gebaut wird, geben sich auch die Grünen und die Freien Demokraten zufrieden. Die Parlamentarierinnen und Parlamentarier setzen sich für diejenigen ein, deren Interessen sie vertreten und vor allem dort, wo diese ihnen im Nacken sitzen.
Die Kultur- und mit ihnen die Theaterschaffenden müssen sich einmischen, wenn sie etwas erreichen wollen. Wir müssen zusammen mit den Wenigen innerhalb von Politik und Verwaltung, die unsere Anliegen unterstützen, unsere Forderungen penetrant stellen. Es reicht nicht aus, wenn jedes Verbändchen um sein Töpfchen streicht und jede Künstlerin und jeder Künstler um die persönliche Anerkennung und Unterstützung buhlt. Die Kulturgelder der öffentlichen Hand wurden in den letzten Jahren massiv gekürzt. Diese Kürzungen müssen nicht nur wieder wettgemacht sondern spürbar erhöht werden.
Die Verbesserung der sozialen Sicherheit für die Kulturschaffenden darf nicht Gerede bleiben, sondern muss, in absehbarer Zeit, realisiert und finanziert werden. Dazu braucht es den Willen und den Einsatz engagierter Kulturschaffender und derer Verbänden und namhafte Beiträge der Öffentlichen Hand.
Hans Läubli Lilo Spahr
Inhaltsverzeichnis
Die Generalversammlung der Vereinigten Theaterschaffenden der Schweiz findet statt am
Montag den 12. März 2001 im BOA-Anbau in Luzern.
Den VTS Mitgliedern liegt die Einladung und dazugehörende Unterlagen bei.
Vor der Generalversammlung findet ein Gedankenaustausch zum Thema "Die Entwicklung der Beziehungen zwischen Freiem und Etablierten Theater" statt. Diese Veranstaltung ist öffentlich. Details können der beiliegenden Einladung entnommen werden.
«Freies Tanz-/Theaterschaffen und soziale Sicherheit - Ein Widerspruch?»
Der Schweizerischer Verband der Tänzer und Choreographen SVTC führt am 10. März 2001 ein Podiumsgespräch zum diesem Thema durch.
Mit eingeladen sind Andrew Holland für das Bundesamt für Kultur / BAK und Hans Läubli für die Vereinigte Theaterschaffende der Schweiz / VTS. Bruno Stefanoni vertritt den SVTC. Martin Fritsche, Kommunikationsberater, wird die Diskussion leiten und Eingangs über die jetzige Situation berichten.
Die Auslöser sind der «Leitfaden Tanz CH» des SVTC und die Richtlinien «Sicherheit im freien Fall» der VTS. Darin werden wichtige rechtliche Aspekte für TänzerInnen, ChoreographInnen, Theater- und Filmschaffenden der freien Szene behandelt. Darunter fallen: obligatorische Vorsorge und Versicherungen, Arbeitsbewilligungen für AusländerInnen sowie Löhne und Sozialansprüche. Diese Publikationen sind als Denkanstoss für eine bessere Vergabepolitik mit garantierten Minimallöhnen gedacht und sollten von Kulturschaffenden wie auch von Behörden und Veranstaltern besser als bisher wahrgenommen werden.
Dieses Zielpublikum ist herzlich eingeladen am Podium im Theaterhaus Gessnerallee, Konferenzraum, 1. Stock, um 17.00 Uhr.
European Association for Theatre Culture
In Zusammenarbeit mit The Third Theatre Olympics, International Forum for Theatre Education and Theatre Experiment, The School of Dramatic Art directed by Anatoly Vasiliev eröffnet die European Association for Theatre Culture den ersten Kurs des International Directors Colloquium. Dieses Kolloquium ist Teil eines offiziellen Programmes der Third Theatre Olympics und findet vom 30. April bis 14. Mai 2001 in Moskau statt. Ziel dieser "Theater Olympiade, die von Jurij Alschitz geleitet wird, ist es den neusten Erkenntnissen der Regiearbeit in Theorie und Praxis die Wege zu ebnen und neue Arbeitskontakte unter Theaterschaffenden aus europäischen Ländern zu schaffen.
Weitere Kurse finden statt:
Informationen:
Die 20. Ausgabe des ASTEJ-Festivals wird vom 16. bis 20. Mai 2001 über die Bühnen von Baden (AG) gehen.
Weitere Informationen bei: ASTEJ, Geschäftsstelle, Tel: 01 226 1919, www.astej.ch
13. Kulturbörse Freiburg - 2. bis 5. April 2001
Die Kulturbörse in Freiburg gibt auch in ihrer 13. Ausgabe einen umfangreichen Einblick in den Bereich der Bühnenproduktionen aus Deutschland, der Schweiz, den Niederlanden, Spanien, Dänemark, Belgien, Frankreich, England und Bulgarien. Neben zahlreichen Aufführungen bietet das Messegelände mit über 250 Anbietern - Agenturen, Produzenten und KünstlerInnen - einen zentralen "Marktplatz" für den Informationsaustausch und die Kontaktaufnahme mit KünstlerInnen.
Weitere Informationen: Freiburg Wirtschaft und Touristik GmbH & Co.KG Postfach 1549, D-79015 Freiburg i.Br., Tel 0049 761 3881 870 Fax 0049 761 3881 877, e-mail: koethi@fwt-online.de, thiemho@fwt-online.de, www.messe-freiburg.de
Das Festival des deutschsprachigen Freien Theaters wird voraussichtlich vom 15.11. bis 1.12. 2001 in Bochum, Düsseldorf, Köln und Mülheim zum 10. Mal stattfinden. Bewerbungen mit Videos und mit Aufführungsterminen können gerichtet werden an:
Kultursekretariat nrw Wuppertal, z.H. Manfred Springer, Friedrich-Engels-Allee 85, D-42285 Wuppertal, Tel 0049 202 5 63 68 03, e-mail: info@nrw-kultursekretariat.de
3rd Actors World Games - 22. - 24. Juni 2001 in Budapest, Ungarn
Wenn Ihr Tennis, Fussball Fechten oder Schwimmen liebt, wenn Ihr Sport als etwas Wesentliches in Eurem Leben betrachtet, dann sind die 3. Actors World Games - die Weltspiele der Theaterschaffenden in Budapest genau das Richtige für Euch. Im Rahmen dieser Veranstaltung finden Theateraufführungen, Konzerte, Tanzvorstellungen und natürlich vor allem Wettkämpfe der Theaterschaffenden in vielen Sportdisziplinen statt.
Weitere Informationen: Agnes Gal, Szemiramisz Ltd., 2040 Budaörs, Rezeda u. 74, Hungary, Tel: 0036 1 313 2422, Fax: 0036 1 210 0651, Natel: 0036 20 9463 702, e-mail: actorwg@freemail.hu
The Other Side of Suicide - offener Brief an das Theaterhaus Gessnerallee
von Wolfram Frank
I
"frage: Worauf hoffen? es gibt nichts, was zu erreichen wäre ausser dem tod also üblicherweise wird versucht ein ziel möglichst schnell zu erreichen, wenn es bekannt... ich bin einfach nicht einverstanden, würde gerne den mensch tauschen gegen das tauschen wofür er sich hält."
Diese Zeilen aus Konrad Bayers letztem Text bilden das Ricercar zu Beginn des dritten Teils in Bernd Alois Zimmermanns "Requiem für einen jungen Dichter". Zimmermann widmete dieses Werk vor allem Konrad Bayer, Majakowskji und Sergei Jessenin, drei jungen Dichtern, die sich, wie eine der seltsamen Sprachwendung (-Möglichkeiten?- da die Sprache immer Postium ist, da sie keine Negation ausdrücken kann) dafür lauten, das Leben nahmen; wenige Monate nach der Uraufführung (11.12.69) seines Requiems tötete sich Zimmermann selbst.
II
Nicht von den drei Aufführungen, die in den nächsten Wochen im Theaterhaus Gessnerallee zum Thema des Suizids zu sehen sein werden, handelt die folgende Notiz, sondern von dem Heft (Nr 17) des Theaterhauses, das das Programm anzeigt. Die Aufführungen sind eine andere Sache, ein anderes Spiel....
Ein Editorial von wenigen Zeilen begleitet dieses Projekt, stellt es vor (uns hin; breitet seine Ware aus): "Unter dem Stichwort the other Side of Suicide haben wir drei Theaterprojekte für Sie ausgewählt.", schreiben die Leiter den "lieben Gessnerallee-Freundinnen & Freunden". Man muss dieses Editorial sorgfältig lesen; es ist ein Text voller Komplikationen, seltsamen, kaum sichtbaren Wölbungen und Faltungen; voller Komplexionen im gleichen Masse, wie er einfach daherkommt, wie er alle Mühe darauf verwendet, einfach daher zu kommen. In diesem Satz und in jedem Satz dieses Editorials. Wie wird hier das Wort wählen verwendet? Kann man für jemanden wählen, auswählen (auswählen, wie jener wählen darf, der am Schiessstand trifft? "ausgewählt" wie "das Fernsehprogramm dieses Abends für Sie"? Welches Vertrauen, Einverständnis, welche Komplicenschaft setzt jener voraus, der "für Sie" auswählt? Der dieses "Wir für Sie" zur Leitplanke seines Diskurses macht und so alle geschichtlichen, kulturellen, sozialen Differenzen abtrennt und einen tautologischen, den Text beherrschenden Diskurs des Gleichen (des "Verstehens", der Bekennenden) setzt.
Von Beginn an spricht dieser Text ausschliesslich zu UNS (eine Ausschliesslichkeit, die durch die Beiläufigkeit der Fragen, Anreden geschieht): "Erinnern Sie sich noch? Wann haben Sie das letzte Mal an Selbstmord gedacht?". Wie dankt man an Selbstmord? (Selbstmord, nicht Freitod, Suizid, "dieses letzte Sichentziehen" (Celan), "Die Krankheit zum Tode" (Goethe)).- Welche Art von An-denken (Danken...) ist hier gemeint? (etwa wie: wann haben Sie zuletzt an Ferien, an einen Seitensprung gedacht?) Ist das "gedacht" des Textes etwa in der Art von: was mir durch den Kopf geht (die Karibik, die Bankschulden etc.)? Dieses Denken an Selbstmord zählt nicht unter die letzten Dinge, sondern die nächsten, dieser Gedanke liegt offenbar herum wie die Illustrierte auf dem Fernseher. Doch wartet dieser Text nicht auf unsere Fragen noch Antwort, er bietet uns vielmehr selbst zwei Möglichkeiten an: "Vor ein paar Tagen vielleicht, ein kleiner, kalter, flüchtiger Gedanke, eine Zehntel Sekunde nur ist hier gemeint, eine Zehntel Sekunde nur, während eines Spaziergangs in der Dämmerung". Ist Denken die Sache einer Zehntel Sekunde? Sind Menschen vorstellbar (denkbar), die länger als eine Zehntel Sekunde an Selbstmord denken? (Wen meint dieser Text? wer sind Sie?-) "Oder vor ein paar Jahren nach diesem allesvernichtenden Streit mit dem geliebten Menschen, der fast Ihr Leben zerstört hätte...." sic! in diesem semantischen Doppelsinn (reglementiert in der Ikone Eros/Thanatos; und wieder die Zeit: Vor Jahren, eine Zehntel Sekunde...!).-
So nähert sich dieser Text langsam seinem Ziel, seinem Stich-Wort (Wer, was sticht? Wen?): the other Side of Suicide (die etwas andere Art zu reisen etc.).
Und dann der ungeheure Satz in dieser kleinen Modulation der Auslassung: dieser Satz, der alles zum Einsturz bringen müsste; "An Selbstmord zu denken heisst nicht, es zu tun, mit dem Gedanken des Selbstmordes zu spielen kann gefährlich sein, kann aber auch neue Energien hervorrufen, im Leben wie im Theater". Dieser Satz, der den Raum des Einverstehens, den der Text konstruierte, dennoch zersprengen müsste, der aber durch soviele Brüche der Semantik und des Sinns unsichtbar geworden ist. Und es ist unmöglich, diesen Satz in seiner Rohheit, seiner Essenz zu wiederholen, zu sagen. Dies also ist: the other Side of Suicide. (Auf deutsch könnte man diesen Satz nicht aus-sprechen; es käme etwas ganz und gar unmögliches in ihn, etwas ernsthaftes...- Also in der Sprache des Geldes, der Technokratie).
Was aber ist die andere hier verschwiegene Seite der other side? (Was ist der Tod?). Und doch noch die Frage: An was haben die Autoren (Armin Kerber, Barbara Riecke) hier gedacht?. Sprechen sie von der Zwei-Mehrdeutigkeit aller Diskurse? (die other side of Heinrich Himmler, of the Holocaust).
Der Rest des Editorials besteht aus den üblichen Reklameformeln, Anpreisungen, Schmückungen der Ware. (Der Ware Theater. Der Ware Selbstmord). Das Heft folgt dieser Textspur, dieser Fährte (so fährt man weekend/weekend durch die Sprache, kämpft sie sich (die Sprache, die Strasse) frei; z.B. "Wir leben in einer unmoralischen Welt" / "im wahrsten Sinne des Wortes" bis dieser Text nach vielen anderen Zeitungs-Jubelszenen mit einem " Die Welt"-Zitat ab-schliesst. (über norway today): "Enthusiastischer, nicht enden wollender Beifall" (Wir für Sie, Wir an Sie...; eine Empfehlung, ein Befehl?).
Dass er alle Werbemittel verwendet, die man heute (unter welchem Zwang, unter welchem Bann, welcher Blendung?) offenbar verwenden muss, ist nichts, was ihm als Besonderes anhaftete, aber jenes, dass es ihm gelingt, alles zu tilgen, was an die andere Seite dieser other side, den Tod, den Schmerz, die Trauer, Frage, Verzweiflung, Antwortlosigkeit, erinnern könnte, dass er so die Sprache selbst als das andere auflöst (wie in den Briefen an die Todeskandidaten in Texas: "Sehr geehrter Herr! Wir teilen Ihnen mit, dass das Datum Ihrer Hinrichtung auf den ... festgesetzt wurde. Mit vorzüglicher Hochachtung") und dass dieser Text jede Möglichkeit ausschliesst, dass er jemanden verletzen könnte (Wen kann man noch verletzen?...eine Zehntel Sekunde...).
Bekanntlich nimmt man für einen schicken Slogan heute alles in Kauf: eine schwierige Welt ist nur so essbar. Nicht die Begriffe sind der Ausweis eines Satzes, sondern seine Wirkung. (Und Du - werden die Autoren sagen Du triffst das Lebensgefühl der heutigen Zeit nicht. Wozu machst Du soviele Worte; wir brauchen keine; es ist mühselig, sie zu lesen. Warum sich überhaupt bei unserem Text aufhalten. Dazu ist er nicht gedacht. Wir brauchen nur wenige Worte. Diese schmücken wir. Wir wünschen inspirierende Stunden und anregende Gespräche" (sic!). Wir sind nur ein Theaterinstitut. Cosi fan tutte. Ihr Text aber ist Ranküne. Alle sind zur gleichen Prostitution gezwungen, in diesem Todkampf um den Markt, die Waren. Wir haben das Leben schon ausgeweidet, den Sex. Dies ist eine Treibjagd. Und wir müssen gut essen.
"Der letzte Mensch blinzelt sich zu" (Nietzsche) "Dass es so weitergeht, ist die Katastrophe" (Benjamin).
III
"Nein, Jessenin / das ist / kein Witz-/ mir sitzt im Hals / ein Klumpen Schmerz, / kein Schabernack / Ich seh, wie Sie / - die Hand schlapp, aufgeschlitzt- / schwingen / den eignen / Knochensack. / Hören Sie auf, / Genug, genug! / Nein, Jessenin! / Jessenin!... / Sind Sie denn bei Verstand? / Zusehn / wie Todeskreide / ihre Wangen / bleicht? / Nun sind Sie fort.../ Leere.... / Sie fliegen / zwischen Himmelslichtern / Ohne Kneipe, / Ohne Vorschussgeld. / Nüchtern..." (S. Jessenin)
Theaterhäuser stellen sich vor
von Christoph Meury
Am 3. April 2000 habe ich die Leitung des Theater Roxy in Birsfelden für vorerst drei Jahre übernommen. Dies ist möglich geworden, weil der Kanton Baselland für das Roxy eine Subvention von Fr. 140'000.- gesprochen hat. Zu der Einsicht, dass ein Theaterhaus nicht von Liestal aus und nicht via Fachausschuss Theater und Tanz, aber auch nicht über einen Verein professionell geleitet werden kann, ist die Abteilung Kulturelles erst nach langen Verhandlungen und dem negativen Feedback von zahlreichen Gruppen gelangt.
Ich bin froh, dass mir mit dieser Einsicht die Möglichkeit geboten wird, mich professionell und intensiv der regionalen freien Theater- und Tanzszene widmen zu können. Ich bin der Auffassung, dass hier ein grosses künstlerisches und kreatives Potential brachliegt. Vor allem im Bereich Tanz gibt es in Basel zahlreiche sehr talentierte KünstlerInnen.
Es ist mein Ziel das Theater Roxy so schnell wie möglich neu zu organisieren und theater-adäquat zu strukturieren. In diesem Sinne verfolge ich zwei Strategien: Einerseits muss ich für das Theater Roxy - als Bestandteil der regionalen Theater- und Tanzförderung - eine Arbeitssituation kreieren, welche den KünstlerInnen Instrumente in den Bereichen Marketing, Werbung und Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung stellt, ihnen aber auch eine technische Infrastruktur anbietet, welche den Standards entspricht. Anderseits will ich den ZuschauerInnen des Roxy ein qualitativ gutes, ansprechendes und abwechslungsreiches Programm anbieten. Als ehemaliger Leiter des Theaterhaus Gessnerallee in Zürich (von 1989 bis 1997) sind mir die Problemstellungen Kombination Theaterwerkstatt/Produktionsraum und Theater im öffentlichen Raum - im freien Theater bekannt. Ich will mein Wissen und meine Erfahrung in das Projekt Roxy einbringen und hoffe, dass ich in Zusammenarbeit mit der Abteilung Kulturelles, dem Fachausschuss Theater und Tanz, aber auch mit dem Trägerverein Lösungen finden werde, welche allgemein überzeugen und dem Roxy, sowohl regional, wie auch national ein positives Image verleihen.
Nach drei Jahren soll das Roxy als eigenständiges, anerkanntes Zentrum für das freie Theater- und Tanzschaffen dastehen, welches jährlich 7 bis 10 premierenreife Produktionen hervorbringen kann. Die regionalen Theater- und Tanzprojekte sollen auf einem beachtenswerten Niveau sein und in der Konkurrenz zu nationalen Projekten bestehen können. Es muss das Bestreben der Leitung des Roxy sein, den Theater- und Tanzprojekten der jungen KünstlerInnen den Anschub zu geben, welcher es braucht, um künstlerisch relevant bestehen zu können und um in einem nationalen Markt wahrgenommen zu werden.
Das Theater Roxy wird von einem Verein getragen, welcher immer noch wesentliche organisatorische Aufgaben mittragen muss. Es ist mein Ziel diese (notgedrungene) Freiwilligenarbeit zu reduzieren und Stück für Stück zu professionalisieren, bzw. von festangestelltem Personal erledigen zu lassen. Dies ist jedoch nur möglich, wenn der Kanton die Subvention in den nächsten 2 Jahren verdreifacht, d.h. ich erwarte zukünftig eine Subvention von minimal Fr. 420000.-.
Die Freie Theaterszene Zürich - von Karin Müller-
Diplomarbeit zur Erlangung des Magistergrades der Philosophie an der Grund- und Integrativwissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien
Über die Zürcher Freie Theaterszene hat Karin Müller 1996 recherchiert und uns nun das Resultat, die Diplomarbeit, die im Oktober 2000 approbiert wurde, zukommen lassen.
Die 170 Seiten umfassende Arbeit wirft einen tiefen Blick in die Geschichte, die Entwicklungen und Auseinandersetzungen der Zürcher Freien Theaterszene. Sie ist hervorragend recherchiert und sehr aufschlussreich, ebenso für Aussen- oder am Rand der Theaterszene stehende, die sich über die Historie informieren wollen, als auch für diejenigen, die mittendrin stecken und mal erfahren möchten, wie sie von jemand aussenstehendem betrachtet werden.
Eine Kopie der sehr interessanten und empfehlenswerten Arbeit kann bei der VTS-Geschäftstelle, für einen Unkostenbeitrag von Fr 28.- für Kopier-, Porto und Versandkosten, bestellt werden.
Lauren Newton-Workshop, 5. bis 8. April 2001
Migros Kulturprozent und LArc Romainmôtier führen auch dieses Jahr einen Workshop mit Lauren Newton durch. Wordless words - Stimme zwischen Wort und Gesang. Lieder mit Worten, Lieder ohne Worte - welche Möglichkeiten gibt es für eine Stimme, die sich mit Worten oder mit reinem Gesang artikuliert? Existieren Momente, die nur via Sprache vermittelt werden können, andere, in denen die Sprache versagt?
Lauren Newton arbeitet mit den Teilnehmenden in den Bereichen Stimmbildung, Atemtraining und vokale Ausdrucksmöglichkeiten.
Der Workshop richtet sich an SchauspielerInnen, MusikerInnen und an fortgeschrittene Studierende der entsprechenden Fachhochschulen.
Das Kurshonorar wird durch das Migros-Kulturprozent getragen
Beitrag an die Organisation: Fr. 350.-- pro Person
Sprache: Deutsch/Englisch
Anmeldung bis: 15. März 2001
Informationen und Anmeldung: LArc Romainmôtier, case postale, CH-1323 Romainmôtier, Tel 024 453 19 19, Fax 024 453 19 21, e-mail: arc.migros@bluewin.ch, www.kulturprozent.ch/arc
Klang meiner Stimme - Stimmarbeit nach Kristin Linklater, 17./18. März 2001
Auf Initiative der SVfP findet im März ein Stimmseminar nach Kristin Linklater mit dem Münchner Schauspieler Josef Pfitzer statt. Die Stimmarbeit nach Kristin Linklater ist Arbeit an der natürlichen Stimme. Das Training setzt sich mit den Fragen rund um die Stimme auseinander: Wie ist meine Stimme - wie sollte meine Stimme sein und warum ist sie nicht so wie ich sie gerne hätte? Weitere Schwerpunkte dieses Seminars sind: körperliche Wahrnehmung, natürliche Atmung - Kraft der Atmung, Tonerzeugung (touch of sound), Vermehrung des Klangs, Resonatoren.
Kursort: Atelier Yvonne Vogel, Rote Fabrik, Zürich
Kursgeld: Fr. 230.-- (für Mitglieder des SVfP Fr. 190.--)
Anmeldung: bis zum 5. März 2001 an: Evelina Picchetti, 6802 Rivera, e-mail: picchetti@virgilio.it
Ida Kelarova-Workshop - 16. - 18. März 2001 / 2. - 4. November 2001
In ihren Workshops arbeitet die tschechische Musikerin und Schauspielerin Ida Kelarova mit traditionellen Zigeunerliedern, die mit ihrer Kraft und Schönheit Vitalität und Emotionen wecken. Die Freude an persönlichem Ausdruck und der unvoreingenommene Umgang mit tiefen Gefühlen sind der Ausgangspunkt ihrer Arbeit. Seit 15 Jahren unterrichtet sie auf der ganzen Welt. Sie arbeitet mit Laien, professionellen MusikerInnen und SchauspielerInnen.
Neben Kelarova leiten zwei Roma, Desiderius Duzda und Maria Duzdova den Workshop.
Kursort: PRISMA, Klösterlistutz 18, Bern
Kursgebühr: Fr. 430.-- (Mit der Anzahlung von Fr. 130.-- auf Konto PC 30-47531-9, ist der Platz für den Workshop reserviert und wird bestätigt.)
Weitere Informationen: Wiebke Rollé, Bahnhofstrasse 30 / CH -3232 Ins, Tel 032 313 31 06
Sommerakademie im Rahmen der Zürcher Festspiele 2001
INTERNATIONALES THEATERINSTITUT ITI
Mo 9. Juli bis Fr 20. Juli 2001
Die Kurse der Sommerakademie 2000 mit Bruce Myers (Improvisation), Adolf Dresen (Regie) und Lauren Newton (Stimmbildung) erfreuten sich grosser Beliebtheit. Die Sommerakademie hat sich innerhalb der Zürcher Festspiele als aktiver Begegnungsort für BühnenkünstlerInnen etabliert.
Das Bedürfnis, sich weiterzubilden und von hochqualifizierten und international bekannten Dozentinnen und Dozenten zu lernen, ist gross. Das internationale Theaterinstitut wird auch im Sommer 2001 Kurse in den verschiedenen Sparten anbieten. Angefragt wurden folgende DozentInnen:
Die VTS übernehmen wiederum einen Anteil von 100. Franken der Seminarkosten pro Mitglied.
Information und Anmeldung: Internationales Theaterinstitut ITI, Gessnerallee 13, 8001 Zürich, Tel. 0041 1 226 19 10, Fax 0041 1 226 19 11, iti-swiss@swissonline.ch
Das Theater an der Winkelwiese Zürich, das Theater Tuchlaube Aarau und das Schlachthaus Theater Bern führen ab Sommer 2001 in Zusammenarbeit mit dem Migros-Kulturprozent und dem SSV zum 2. Mal eine Werkstatt für Schweizer NachwuchsdramatikerInnen durch. Der DRAMENPROZESSOR soll durch den permanenten Austausch von AutorInnen mit TheatermacherInnen und Publikum die zeitgenössische Dramatik fördern. Neben einem kleinen Stipendium erhalten die Teilnehmenden eine kontinuierliche Begleitung durch qualifizierte TheatermacherInnen. In Form von Proben, Gesprächen, szenischen Umsetzungen und try-outs wird in monatlich stattfindenden Workshops an den entstehenden Stücken gearbeitet. Es ist beabsichtigt, eines oder mehrere dieser Stücke in der Spielzeit 2002/2003 in Aarau, Bern und Zürich aufzuführen.
Die Ausschreibung kann ab sofort angefordert werden bei:
Migros-Kulturprozent
Performing Arts/Theater
Postfach 266
CH-8031 Zürich
Einreichdatum der Dossiers: 15. Mai 2001
Internationales Forum junger Bühnenangehöriger Berlin 6.-20. Mai 2001
unterstützt von Pro Helvetia
Bereits zum 37. Mal findet vom 6. bis 20. Mai 2001 das Internationale Forum junger Bühnenangehöriger im Rahmen des Berliner Theatertreffens statt. Diese Weiterbildungsveranstaltung richtet sich auch an Theaterschaffende von freien professionellen Gruppen, die nicht älter als 35 Jahre zählen. Die Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia bietet fünf bis sechs jungen Theaterleuten die Möglichkeit, an diesem Forum teilzunehmen. Vier parallel stattfindende Workshops stehen im Mittelpunkt des Programm:
Neben dem Besuch der Aufführungen des Theatertreffens finden u.a. auch ein Seminar zur Position junger AutorInnen im zeitgenössischen deutschsprachigen Theater, Diskussionen über besuchte Aufführungen, ein Gespräch mit Mitgliedern der Theatertreffen-Jury und Eigenbeiträge der Teilnehmer statt.
Inoformationsunterlagen, Workshopbeschreibungen und Anmeldeformulare können angefordert werden bei:
Pro Helvetia, Schweizer Kulturstiftung, Abt. Theater/Tanz, Nicole Rielle, Hirschengraben 22, 8024, Zürich, Tel 01 267 71 57, Fax 01 267 71 06
Anmeldeschluss: 1. März 2001
Preise - Produktionsbeiträge Vergabungen Werkaufenthalte Eingabetermine
Anerkennung für Helga Van Riet
Seit vier Jahren verleiht die Kulturkommission Grenchen Anerkennungspreise, die vor allem Künstlerinnen und Künstler oder Institutionen der Stadt ehrt, die eher im Stillen wesentliche Beiträge zum Kulturleben beifügen. Der Anerkennungspreis 2000 geht an Helga Van Riet. Mit ihren Pantomimen, einer Kunst der Stille, hat Helga Van Riet das Kulturleben in verschiedenen Kreisen (Schulen, Tagungen, Vernissagen und anderen) bereichert.
Wir gratulieren ganz herzlich!
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ASTEJ Zürich, SPOT, 20. Schweizer Theaterfestival für junges Publikum, 16.-20. Mai 2001 in Baden |
Defizitbeitrag |
40'000.-- |
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ThiK.Theater im Kornhaus, Baden, Spielzeit 2001 |
Jahresbeitrag |
125'000.-- |
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Eva Schneid, Baden, Die dicke Jüdin vom siebten Stock, nach Emile Ajar |
Produktionsbeitrag |
15'000.-- |
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Hannes Leo Meier, Aarau, Besser kochen besser leben, Koproduktion mit dem Theater ThiK, Baden |
Produktionsbeitrag |
15'000.-- |
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Das Theater-Pack, Kölliken, Forbidden Opera, Koproduktion mit Hana Ribi |
Produktionsbeitrag |
8'000.-- |
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Theatergemeinde Aarau, Spielzeit 00/01 |
Defizitbeitrag |
12'000.-- |
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Kellertheater Bremgarten, Spielzeit 00/01 |
Betriebsbeitrag |
15'000.-- |
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Kellertheater Bremgarten, Güdelmäntig, Thomas Hürlimann |
Produktionsbeitrag |
12'000.-- |
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Jón Laxdal, Theater im Amtshaus, Kaiserstuhl, Spielzeit 2001 |
Jahresbeitrag |
60'000.-- |
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Theatergemeinde Baden, Spielzeit 00/01 |
Jahresbeitrag |
110'000.-- |
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Marionettenbühne Wettingen, Spielzeit 00/01 |
Defizitbeitrag |
2'000.-- |
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Flamencos en route, Baden Spielzeit 01 |
Jahresbeitrag |
250'000.-- |
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Mark Wetter, THEATERSCHÖNESWETTER, Spielzeit 01 |
Jahresbeitrag |
65'000.-- |
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Theater Marie, Aarau, Spielzeit 01 |
Jahresbeitrag |
250'000.-- |
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Theater am Brennpunkt Baden, Spielzeit 01 |
Jahresbeitrag |
100'000.-- |
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Spartenübergreifendes Projekt, Ruedi Häusermann Lenzburg, Vorprojekt zu der ersten grossen nationalen Menschenausstellung |
Projektbeitrag |
10'000.-- |
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zamt&zunder, Baden, zank&zucker, Theaterkurs für Jugendliche |
Projektbeitrag |
6'000.-- |
Fachausschuss Theater und Tanz Basel und Basellandschaft
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Luzifer productions, Basel, Der Glöckner von Belgrad |
Produktionsbeitrag |
15'000.-- |
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Theater Leonhard, Basel, Das Kolbenöl ein sittenwidriges Projekt |
Produktionsbeitrag |
15'000.-- |
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Figurentheater Vagabu, Riehen, Bist du schon wach? |
Produktionsbeitrag |
15'000.-- |
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Figurentheater Felucca, Basel, All-Tag |
Produktionsbeitrag |
40'000.-- |
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Franz Frautschi, Basel, Tanzprojekt, Images |
Produktionsbeitrag |
75'000.-- |
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od-theater, Basel, Tristan und Isolde |
Produktionsbeitrag |
110'000.-- |
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Theater Weltenbummler, Ormalingen Dr Wasserfall und s Näbeli |
Produktionsbeitrag |
3'500.-- |
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Figurentheater Tokkel-Bühni, Liestal, Gawain und die hässliche Frau |
Produktionsbeitrag aus Lotteriefonds |
16'000.-- |